Edda Lorna - Glücksrezepte

Wild dangerous gray wolf animal showing open mouth teethWhite wolf

  • Geschichte: 2 Wölfe kämpfen in jeder Brust
  • Glücksrezept: 5 Schritte
  • Antwort für eine hoffnungslose Patientin

Zwei Wölfe wohnen in der Brust

Eine alter weiser Schamane erzählt seinem Enkel:
„In jedem Menschen kämpfen zwei Wölfe in seiner Brust.
Einer davon ist der Wolf der Dunkelheit, des Neides, der Gier, der Ungeduld, der Verzweiflung, der Angst und des Misstrauens.

Der andere ist der Wolf des Lichtes, der Liebe, der Großzügigkeit, des Vertrauens, des Mitgefühls, der Geduld, des Mutes und der Lebensfreude.“

Fragt der Enkel: „Und welcher der beiden gewinnt?“

Der alte weise Indianer antwortet daraufhin:
„Der, den Du fütterst!“
(VerfasserIn unbekannt)

Die Geschichte trägt die Botschaft, dass wir unser Leben beeinflussen können und nicht hilflos den Ereignissen ausgeliefert sind. Wenn wir verurteilende, strenge Gedanken haben, dann füttern wir den dunklen Wolf.

Glücksrezept:
Um Veränderung bewirken zu können sollten 6 Schritte berücksichtigt werden.

1. Schritt: Bewusstsein – Erkennen
„Jetzt füttere ich den dunklen Wolf, das tut mir nicht gut und verletzt mich.“

2. Schritt: Futter entziehen
Stopp, seinen Gedanken stoppen, nicht erlauben, dass man sich innerlich fertig macht. Selbstverurteilende, selbstverletzende Gedanken stoppen.
„Ich muss mir nicht alles von mir selbst gefallen lassen.“ (Viktor Frankl)”

3. Schritt: hellen Wolf füttern
Aufbauende, mitfühlende, unterstützende Gedanken oder Worte zu sich sagen.

4. Schritt: wenn 3. Schritt nicht funktioniert
Unterstützung holen, wie man den hellen Wolf füttern kann. Was braucht er für Nahrung?
„Wenn es dunkel ist, mach Licht oder geh zur Sonne.“

5. Schritt: Anerkennung und Annahme
JedeR hat einen dunklen Wolf in sich. Es geht nicht darum ihn zu vernichten, sondern wichtig ist, ihm das Futter zu entziehen, dass er nicht mehr wachsen kann. Es hat und hatte einen Grund, warum er da ist. Ihm wird jetzt ein Platz zugewiesen, an dem er nicht mehr wirken kann, doch er gehört zu uns. Er wird nun kontrolliert, sodass er keinen Schaden mehr anrichten kann.

6. Schritt: Im Alltag sich immer wieder fragen:
Welchen Wolf füttere ich? Wie kann ich den hellen Wolf füttern?
„Alles worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, verstärkt sich.“

Antwort für eine hoffnungslose Patientin

Diese Geschichte ist eine meiner Lieblingsgeschichten beim Coaching und bei meiner Arbeit in der Psychiatrie mit drogensüchtigen PatientInnen, die von harten Drogen entziehen. Ich erzähle immer Geschichten in der Klinik. Danach wird zusammen überlegt, was man aus der Geschichte mitnehmen kann.

Bei der Besprechung der Geschichte mit den zwei Wölfen, sagte einmal eine Patientin: „Der dunkle Wolf hat meinen hellen Wolf gefressen.“ Ich antwortete ihr: „Der dunkle Wolf kann den hellen Wolf nicht fressen, der helle Wolf ist unzerstörbar.“ Ich merkte, dass sie es nicht annehmen konnte. Da ich sie eine Stunde später in der anderen Gruppe wieder sehen würde, schrieb ich ihr in der Pause einen kleinen Zettel:
„Liebe Frau K., der helle Wolf kann nicht zerstört werden. Er wartet auf sie, ist dankbar und vergibt.“
Später gab ich ihr den Zettel. Sie sagte: „Das ist gemein – schriftlich“,d.h., sie kann dem nicht ausweichen, da sie sich oft entzog.
Als sie ihn las, kamen ihr Tränen und sie drehte sich schnell weg. Es war wichtig sie zu lassen, denn ein weiterer Kontakt wäre für sie zu viel gewesen.

Danke Frau K., dass sie sich für die Worte öffnen konnten.